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                                            • Familienregeln: Der Familien-Knigge für Vierbeiner, Melanie Schneider

                                            Familienregeln –

                                            Der Familien-Knigge für Vierbeiner

                                            Warum ist es wichtig Regeln aufzustellen? Hunde brauchen Regeln, an die sie sich halten können, damit sie wissen, was sie dürfen, und was nicht. Diese Regeln können von Familie zu Familie recht unterschiedlich sein. Beispielsweise darf der Hund in  Familie A auf die Couch, und der Hund von Familie B, darf nicht auf die Couch.

                                            Durch das Aufstellen von Familienregeln, bekommt der Hund auf der einen Seite Grenzen aufgezeigt, die er lernen soll. Auf der anderen Seite gestehen wir ihm so aber auch einen Freiraum ein, in dem er sich außerhalb der Regeln, frei bewegen kann. So darf er auch einfach mal Hund sein. Das ist für ein Tier sehr wichtig, damit es zu einem souveränen Hund heranwachsen und seine Persönlichkeit entwickeln kann.

                                            Wichtig ist, dass Sie sich innerhalb der Familie einig sind. Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ein kleiner Junge fordert seinen Hund auf, ins Bett zu springen, weil er es so schön findet, mit ihm zu kuscheln. Der Hund kuschelt sich nach besten Wissen und Gewissen in das Bett des Jungen. Die Mutter, die nicht möchte, dass der Hund im Bett liegt, kommt in das Kinderzimmer des Jungen, schimpft den Hund aus und wirft ihn aus dem Bett.

                                            Hat der Hund etwas falsch gemacht? Nein! Die Vorstellungen über das Zusammenleben mit dem Hund, sind bei diesem Beispiel einfach nur unterschiedlich. Der Junge möchte, dass der Hund in sein Bett darf, die Mutter nicht. Der Hund kann allerdings nichts dafür und deswegen sollten die Meinungsverschiedenheiten auch nicht auf seinem Rücken ausgetragen werden.

                                            Wenn Sie sich innerhalb Ihrer Familie einig darüber sind, wie der Vierbeiner erzogen werden soll und wie Ihre ganz persönlichen "Spielregeln" lauten, ist es für alle Familienmitglieder einfacher gemeinsam an einem Strang zu ziehen und die Regeln dem Hund von Anfang liebevoll zu vermittlen. Ihr Hund lernt dadurch leichter und Sie sparen sich viel Zeit, Geduld und Geld, denn festigt sich ein unerwünschtes Verhalten hingegen erst einmal über Jahre, ist es für den Hund und Sie mühsam, dieses wieder umzulernen. Sind wir doch einmal ehrlich: Jeder Hundehalter hat doch viel lieber einen gut erzogenen Hund mit dem das Zusammenleben harmonisch möglich ist, als sich täglich über seine eigenen Versäumnisse (nicht über den Hund!) zu ärgern.

                                            Arbeitsblatt Familienregeln zum Download (auf das Bild clicken)

                                            Besser ist es deshalb, wenn sie im Rahmen eines Familienrates darüber sprechen, wie die Vorstellungen innerhalb IHRER Familie sind. Machen Sie sich Gedanken darüber, ob Ihr Hund auf die Couch darf, ins Bett, ob er etwas vom Tisch bekommen darf, ob er im Auto warten muss, wenn Sie den Kofferraum öffnen, oder ob er gleich hinausspringen darf usw. Ihre Entscheidungen können Sie auf dem Arbeitsblatt "Familienregeln" schriftlich fixieren.

                                            Wichtig ist, dass Sie konsequent bleiben. Wenn Sie die Regeln selber brechen und neu aufstellen, weiß der Hund irgendwann nicht mehr woran er ist. Mal darf er und ein anderes Mal, darf er wieder nicht. Viele Hunde sind dadurch verunsichert oder frustriert, weil sie nicht wissen, wie sie sich nun richtig verhalten sollen. Mit Hilfe der Regeln, ritualisieren sich die Abläufe im Alltag. Das sorgt für Stabilität, Sicherheit und Ruhe.
                                             
                                            Was darf der Hund immer?
                                            An dieser Stelle tragen Sie alles ein, was der Hund generell darf. Das heißt, er muss nicht "fragen" und wird demnach natürlich auch nicht geschimpft und in seinem Verhalten korrigiert.
                                            Beispiel: Der Hund darf auf die Couch.

                                            Was darf der Hund auf Signal?
                                            Hier tragen Sie sämtliche Situationen ein, wo Ihr Hund erst auf Ihr „OK“ warten muss. Der Hund darf beispielsweise erst auf ein bestimmtes Zeichen hin aus dem Auto springen. Dieses Signal muss er, wie Kinder Vokabeln, erst lernen. Das braucht Zeit, Wiederholung und Geduld und vor allem ein angenehmes Lernklima. Sie können ein Verhalten nur dann erwarten, wenn Sie es Ihrem Hund wirklich beigebracht haben.
                                            Beispiel: Loslaufen, wenn ich ihn abgeleint habe. Signal: Und los

                                            Was darf der Hund nicht?
                                            Verhaltensweisen, die Sie generell nicht wünschen, tragen Sie in diese Spalte ein.
                                            Überlegen Sie sich, wie Sie Ihrem Hund mit fairen Ausbildungsmethoden „erklären“ können, dass er das nicht darf. Es soll nicht darum gehen, den Hund zu schimpfen, wenn er sich nicht an die Regeln hält, sondern vielmehr darum, ihm eine Alternative zu bieten, ihm zu zeigen, wie er sich stattdessen verhalten kann. Berücksichtigen Sie dabei folgende Punkte:

                                            • Wie soll er sich anstelle verhalten?
                                              Welches Verhalten kann ich belohnen?
                                            • Wie sorge ich dafür, dass mein Hund keinen Fehler machen kann?
                                            • Wie trainiere ich das Verhalten, welches mir gefällt? 

                                            Schauen Sie sich zu diesem Punkt auch das Beispiel auf dem Formular an. Falls Sie an dieser Stelle nicht weiterkommen, können Sie einen Termin mit einem versierten Hundetrainer- und Erzieher vereinbaren, der Sie dabei unterstützt.
                                            Beispiel: Er darf nicht in das Bett.
                                            Wie soll er sich anstelle verhalten? Welches Verhalten kann ich belohnen?
                                            Er soll sich in sein Hundebett legen.
                                            Wie sorge ich dafür, dass mein Hund keinen Fehler machen kann?
                                            Ich schließe die Schlafzimmertür.
                                            Wie trainiere ich das Verhalten, welches mir gefällt?
                                            Wenn er sich in sein Hundebett legt, bringe ich ihm ein Leckerchen und spreche freundlich mit ihm.

                                            Zur Person

                                            Melanie Schneider, via nova

                                            Melanie Schneider absolvierte ihre Ausbildung bei animal learn® und arbeitet seit fünf Jahren als Hundetrainerin und Verhaltensberaterin. Sie ist Mitglied im Internationalen Berufsverband der HundetraiernInnen IBH e.V. 
                                            Seit vier Jahren beschäftigt sich Melanie Schneider mit dem Thema Mantrailing und fasziniert in ihren Workshops und Seminaren für Familienhunde immer mehr Hundehalter. Zusammen mit ihren Hunden Linus, Moqui Marble, Jaaved und Moppetier lebt sie in der Ruhrgebietsstadt Herten.

                                            Familienregeln zum Download

                                            Dieses Arbeitsblatt darf für private Zwecke heruntergeladen und genutzt werden. Wenn Ihnen dieser Beitrag und/oder der Vordruck gefällt, freuen wir uns über eine Verlinkung.

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                                              Futter ist nicht genug
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